Thomas Müller. Unser lieber CVP-Politiker, der die Welt nicht mehr zu verstehen scheint.

Klarer hätte er die Worte für einen Nazivergleich nicht formulieren können, so viel steht fest – da fängt das Problem an. In letzter Zeit häufen sich solche Vergleiche, vielleicht errinnern Sie sich, als Herr Blocher diejenigen, die bei den Bilateralen „Ja“ gestummen haben, mit den Nazis verglich.
Jetzt wird Peer Steinbrüch angegriffen. Einerseits kann ich gut verstehen, dass man langsam aber sicher Zorn, ja vielleicht sogar Hass für diesen Mann empfindet, andererseits muss man mit solchen Vergleichen vorsichtig sein. Ein Vergleich mit den Nazis ist für mich eine grosse Beleidigung, die strafrechtlich geahndet werden soll; haben diese Leute doch mehrere Millionen Menschen auf brutale Weise umgebracht.

Wo sind die Gründe für diesen Vergleich? Thomas Müller sprach in seiner Rede nicht davon, warum ihn Peer Steinbrück an „die Generation von Deutschen, die vor 60 Jäh….., Jahren, mit Ledermantel, Stiefel und Armbinden durch die Gassen gegangen sind“ errinnert.
Wenn jemand seine Behauptung nicht mit Argumenten stützt, bedeutet dies oft, dass man eigentlich gar keine wahren Argumente hat. Politiker reden ja bekanntlich viel, besonders dann, wenn es darum gilt sich zu profilieren, wie bei Wahlen oder wichtigen Themen wie diesem hier.
Ich denke, dass Herr Müller diese Aussage vorallem gemacht hat, um seinem Zorn Ausdruck zu verleihen. Viel dahinter wird nicht stecken, also ist diese ganze Aufregung gar nicht allzu sinnvoll.

Aber ich möchte ja nicht nur Herrn Müller kritisieren – auch Steinbrück gilt es zu verurteilen. Er verglich ja die Schweizer mit Indianern, also auch wieder ein völlig idiotischer Vergleich.
Nachdem dies in der Schweiz heftige Reaktionen auslöste, zeigte sich das Finanzministerium Deutschlands völlig verwundert und entgegnete „Negative Bilder gehören in der Politik dazu“
Nun liebes Finanzministerium.. dann braucht ihr euch jetzt über solch einen Vergleich auch nicht zu wundern und ihn nicht zu kritisieren, es gehört ja dazu. Auch sinnvoll erscheint mir daher Müllers Aussage, dass Steinbrück ja keine andere Sprache verstehe.

Ich appelliere an beide Seiten, diese kindischen verbalen Angriffe zu unterlassen und sich, wie dies Erwachsene ja eigentlich tun sollten, an einen Tisch zu setzen, einen Kompromiss zu finden und danach die Schnauze zu halten.

Dankeschön.